Jugend am Werk Steiermark GmbH
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Aus der Region, für die Region

Aus der Region, für die Region

Wie durch die Transitarbeitsplätze von inservice neue Chancen und Möglichkeiten für das gesamte Murtal entstehen.

In der Garage von inservice Murtal am Hauptstandort in Apfelberg warten Rasenmäher, Heckenschere und Motorsäge bereits auf ihren Einsatz. Das Gemeinnützige Beschäftigungsprojekt bietet im gesamten Bezirk Murtal langzeitarbeitslosen Menschen eine zeitlich befristete Beschäftigung unter fachlicher Anleitung. Ziel von inservice ist der Wiedereinstieg in das Berufsleben. Im Rahmen des Projekts werden in den Gemeinden vor allem ältere Bewohner*innen sowie außerdem Menschen mit Mehrfachbelastungen und Personen in speziell belastenden Lebenssituationen bei Tätigkeiten rund um Haus und Garten unterstützt. „Die Idee dahinter ist, dass Menschen so lange wie möglich in ihrer vertrauten Wohnumgebung leben können und zugleich arbeitssuchende Personen als Transitarbeitskräfte wieder berufliche Strukturen sowie persönliche Wertschätzung erfahren“, sagt Andreas Schicker von Jugend am Werk.

Vorbild sein

Die Menschen aus der Region profitieren von den gemeinnützigen Angeboten, während die Transitarbeitskräfte auf den Wiedereinstieg in Unternehmen vorbereitet werden – so wie Nadine K., die nach längerer Arbeitssuche vom AMS an das inservice Murtal vermittelt wurde. Dort übernahm sie reguläre Arbeitsaufträge und bewarb sich mit der Unterstützung des Teams von inservice für ein Praktikum bei dem Haushaltswarengeschäft Casa Bugatti. Aus dem Praktikum entwickelte sich schließlich eine Festanstellung. An die 50.000 unterschiedliche Artikel aus den Bereichen Kochen, Haushalt oder Unterhaltungselektronik finden sich im Sortiment des Händlers. Ein Großteil davon wird über den eigenen Onlineshop verkauft. „Zuerst hole ich die Produkte der jeweiligen Bestellung aus dem Lager“, sagt Nadine K., „dann bereite ich sie an der Packstation zum Versand vor.“ Mithilfe einer großen Kartonschneidemaschine erstellt sie routiniert maßgenaue Verpackungen. Ein Job, durch den Nadine K. mehr Selbstvertrauen entwickelt hat und der zu ihrer finanziellen Stabilität beiträgt. „Die Gemeinden und Unternehmen in der Region sind wichtige Kooperationspartner“, so Elke Steiner-Veit, Teamleiterin von inservice Murtal. Andreas Brenkusch, Geschäftsführer von Casa Bugatti, beschreibt die Zusammenarbeit mit Jugend am Werk als gelungen: „Es gab einen guten Austausch, der die Bedürfnisse aller Seiten berücksichtigte. Selbst in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten möchten wir als Unternehmen Vorbild sein und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.“ Für Nadine K., Mutter einer Tochter im Volksschulalter, ist vor allem die Vereinbarkeit mit Kinderbetreuungspflichten wichtig: „Ich kann meinen Arbeitsplatz mit dem Bus erreichen und die Arbeitszeiten sind flexibel.“

Struktur aufbauen

Im Rahmen der Öffnungszeiten von 8 bis 17 Uhr bietet auch inservice möglichst flexible Arbeitszeitmodelle für die Teilnehmenden an, so Elke Steiner-Veit: „Ältere Menschen, körperliche Beeinträchtigungen, psychische Belastungen, Personen, meist Frauen, mit zusätzlichen Betreuungspflichten – wir nehmen auf die vielfältigen Lebenssituationen der Transitarbeitskräfte Rücksicht.
“In erster Linie gehe es in dem Projekt darum, eine gewisse Tagesstruktur und grundlegende Arbeitsroutinen zu trainieren. Zusätzlich zu Grünraumpflege, Reinigung, Bügelservice, Entrümpelung oder Mobilitätsdiensten betreibt das inservice Murtal am Hauptstandort in Apfelberg auch einen Paketshop in Kooperation mit dem Versanddienstleister GLS. „Wir nehmen hier nicht nur Pakete entgegen, sondern üben auch klassische Bürotätigkeiten und den Umgang mit Programmen wie Excel“, sagt einer der Teilnehmenden. Wie seine Kolleginnen und Kollegen hat er einen befristeten Dienstvertrag mit Jugend am Werk abgeschlossen. „Regulär bleiben Transitarbeitskräfte für sechs Monate bei inservice, in Ausnahmefällen kann diese Zeit auf neun bis maximal zwölf Monate verlängert werden“, ergänzt Steiner-Veit. Sie verfügen in dieser Zeit über ein geregeltes Einkommen sowie eine Alltagsstruktur und stärken so das Befinden, ein wertvoller Teil der Gesellschaft zu sein.

Wirkung erzielen

Gemeinnützige Beschäftigungsprojekte wie inservice Murtal bieten arbeitssuchenden Menschen eine sinnvolle Tätigkeit und fördern ihre Chancen auf Re-integration in den Arbeitsmarkt. Ergänzende Beratung und Unterstützung erhöhen ihre Perspektiven auf einen dauerhaften Wiedereintritt. „Im Jahr 2023 nahmen rund 50 Menschen bei inservice Murtal teil“, sagt Andreas Schicker, „und neun erfolgreiche Arbeitsaufnahmen kamen zustande.“ inservice Murtal ist ein gelungenes Beispiel für ein arbeitsmarkpolitisches Projekt, das die Vernetzung und Kooperation mit Gemeinden und Betrieben innerhalb der Region fördert und arbeitssuchenden Menschen neue Perspektiven aufzeigt. „Viele, die zu uns kommen, sind bereits seit einiger Zeit arbeitslos. Ihnen fehlen meist grundlegende Strukturen im Alltag und ihr Selbstbewusstsein ist ziemlich angeschlagen“, erzählt Teamleiterin Elke Steiner-Veit. „Umso schöner ist es, die positive Entwicklung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer während der Zeit bei inservice zu sehen – wie sie Schritt für Schritt mutiger, zuversichtlicher und selbstsicherer werden.“

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