Jugend am Werk Steiermark GmbH
Lendplatz 35, 8020 Graz
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Inklusiv – was sonst?

Inklusiv – was sonst?

Nordstern und Vision – wie das Engagement von Jugend am Werk echte Inklusion fördert und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht.

Für eine Gesellschaft, in der alle Menschen vollständig und gleichberechtigt teilhaben können, in der Barrierefreiheit, Inklusion und Selbstbestimmung die Grundlage für alle Dienstleistungen bilden und in der jeder Mensch die Unterstützung erhält, die er benötigt, um ein erfülltes und unabhängiges Leben zu führen. So steht es im Leitbild für Dienstleistungen für Menschen mit Behinderung von Jugend am Werk.

Über dem Tellerrand ist Platz für alle

In der Küche am Standort Deutschlandsberg arbeiten sechs Jugendliche aus dem Projekt AusbildungsFit zusammen mit sechs Menschen mit Behinderung im Rahmen der Leistung Teilhabe an Beschäftigung. An die 220 Mahlzeiten werden pro Tag mit Unterstützung von Fachtrainerinnen und Arbeitsanleiterinnen zubereitet und entweder direkt vor Ort serviert, per Essen auf Rädern zugestellt oder an Schulen und Kindergärten geliefert. „Damit um 10 Uhr die ersten Essen fertig sind, müssen die einzelnen Handgriffe in der Küche aufeinander abgestimmt sein. Jede und jeder hat bestimmte Aufgaben – ein gutes Miteinander ist da besonders wichtig“, sagt Petra Hartinger, Leiterin vom Jugend am Werk-Standort Deutschlandsberg. Die Jugendlichen können bei AusbildungsFit in verschiedenen Bereichen, unter anderem in Küche und Service, ihre Fähigkeiten ausprobieren und trainieren. Das Angebot richtet sich an junge Menschen von 15 bis 25 Jahren, die ihre Schulpflicht beendet haben und Unterstützung für ihre weitere schulische oder berufliche Ausbildung suchen. Inklusion ist am Standort Deutschlandsberg selbstverständlich, so Hartinger: „Wir denken eigentlich nicht mehr viel über die Unterschiede nach, sondern nehmen uns gegenseitig so an, wie wir eben sind. Jede und jeder hat gewisse Talente, Kompetenzen und Ressourcen.“ Im Rahmen von Teilhabe an Beschäftigung nehmen Menschen mit Behinderung aktiv an der Arbeitswelt teil – entweder mit sinnvollen Tätigkeiten direkt am Standort oder in Praktika und Kooperationen mit regionalen Betrieben. Ganz gleich ob mit oder ohne Behinderung – das Ziel ist die größtmögliche Selbstständigkeit und Selbstbestimmtheit der Menschen, die Jugend am Werk begleitet.

Inklusion? Ist doch (öko)logisch!

Regional, nachhaltig und inklusiv – die ökologische Landwirtschaft Attendorf bietet Menschen mit Behinderung Arbeits- und Trainingsfelder rund um den biologischen Landbau. Auf einer Fläche von 1,3 Hektar werden hier Gemüse, Kräuter und Obst nach biologischen Richtlinien angebaut sowie Wald- und Blütenhonig verarbeitet. Die Landwirtschaft Attendorf ist außerdem von der Austria Bio-Garantie zertifiziert und mit der „Green Care“-Hoftafel ausgezeichnet. Wer über den Bauernmarkt am Grazer Lendplatz schlendert, kommt seit November 2023 jeden Donnerstag bestimmt am Marktstand von Jugend am Werk vorbei. „Wir verbinden hier ökologische Landwirtschaft und inklusive Arbeitsmöglichkeiten“, sagt Martina Gál, Leiterin der Landwirtschaft Stark in den Regionen _ inklusiv Attendorf. „Neben Anbau und Ernte direkt am Hof übernehmen unsere Kundinnen und Kunden auch den Verkauf am Bauernmarkt.“ Eingebunden in eine Tagesstruktur auf dem Bauernhof und begleitet von Fachtrainerinnen von Jugend am Werk erkennen und stärken die Kundinnen und Kunden ihre Fähigkeiten. „Neben der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung, Holz- und Mäharbeiten oder der Kompostierung von Mähgut schulen wir die Kundinnen auch in ihrer digitalen Kompetenz, beispielsweise um Lieferscheine auszufüllen“, ergänzt Gál. Der Vertrieb der Produkte aus Attendorf lief bisher direkt ab Hof und über Partnerbetriebe, nun findet der Verkauf einmal pro Woche auch am Bauernmarkt am Lendplatz in Graz statt. „Der Marktstand ist nicht nur ein Ort des Handels, sondern auch ein Ort der Begegnung und des Miteinanders“, sagt Sandra Schimmler, Geschäftsführerin von Jugend am Werk. „Echte Inklusion ist dann gelungen, wenn Menschen mit Behinderung ganz selbstverständlich Teil unserer Gesellschaft sind.“

Immer Richtung Nordstern

Hinter dem Begriff Inklusion steht die grundlegende Idee, dass jeder Mensch – unabhängig von seinen individuellen Merkmalen oder Fähigkeiten – das Recht darauf hat, an allen Aspekten des gesellschaftlichen Lebens vollständig teilzuhaben und dabei akzeptiert und respektiert zu werden. Die Konzepte und Projekte von Jugend am Werk tragen dazu bei, dieses Recht aktiv umzusetzen und die Vision von Inklusion zu verwirklichen – für eine Welt, in der jeder Mensch gleichermaßen gehört und respektiert wird. „Dadurch fördern wir unter anderem auch das Bewusstsein für die individuellen Stärken jeder und jedes Einzelnen“, sagt Sandra Schimmler. Eine inklusive Gesellschaft betrachtet Unterschiede als Bereicherung und als Chance, um gemeinsam eine lebenswerte Zukunft zu gestalten.

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