Jugend am Werk Steiermark GmbH
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Nachhaltig

Zukunft jetzt denken.

Wie ökologische, soziale und ökonomische Aspekte der Nachhaltigkeit in die Angebote und Leistungen von Jugend am Werk einfließen.

In einer Zeit, in der die Herausforderungen des Klimawandels, der sozialen Ungleichheit und der wirtschaftlichen Instabilität immer dringlicher werden, gewinnen nachhaltige Konzepte und Projekte zunehmend an Bedeutung. Doch was bedeutet Nachhaltigkeit wirklich? Und wie lässt sie sich praktisch umsetzen, um eine bessere ökologische, soziale und ökonomische Zukunft für alle zu schaffen?

Wiederverwenden statt verschwenden

Nachhaltigkeit muss also nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus ökonomischer und sozialer Perspektive betrachtet werden. Ein Ansatz, den Jugend am Werk bereits in vielen Projekten erfolgreich umgesetzt hat, wie auch der Re-Use Shop im Ressourcenpark Feldbach zeigt: Auf 80 m2 Verkaufsfläche erhalten dort gebrauchte, funktionstüchtige Dinge wie Elektrogeräte, Fahrräder, Möbel, Geschirr, Bücher, Spielsachen und vieles mehr eine zweite Chance. „Der Re-Use Shop verbindet ressourcenschonenden Konsum mit einer wichtigen arbeitsmarktpolitischen Initiative“, sagt Sabine Schunko, Teamleiterin von inservice Feldbach. Denn im Re-Use Shop arbeiten Transitmitarbeiterinnen und Transitmitarbeiter von inservice, einem Gemeinnützigen Beschäftigungsprojekt von Jugend am Werk, das mit finanzieller Unterstützung des AMS Steiermark und des Landes Steiermark umgesetzt wird. Ziel dieser Initiative ist der (Wieder)Einstieg von langzeitarbeitslosen oder älteren arbeitssuchenden Menschen. Unter anderem im Re-Use Shop trainieren sie verschiedene berufliche sowie soziale Fähigkeiten, um danach am allgemeinen Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen. Damit dies nachhaltig gelingt, bringen regionale Projekte und Kooperationen viele Vorteile, so Schunko: „Die Wege sind insgesamt kürzer und ein gutes Miteinander steht im Vordergrund. Die Regionen agieren dabei oft als Vorreiter und Vorbilder – denn sie trauen sich manchmal mehr, mutige Innovationen umzusetzen.“ Der Ressourcenpark in Feldbach kümmert sich um Sammlung und Recycling von Abfall aus 17 Gemeinden. Mit mehr Bewusstsein und Innovationen kann Nachhaltigkeit im Kleinen – „Ich verwende bloß ein Kaffeehäferl am Tag“, sagt Klaudia Binder, Arbeitsanleiterin von inservice – sowie im Großen gelingen: „Der gesamte Ressourcenpark ist nachhaltig gebaut, das begrünte Dach ist europaweit einzigartig“, so David Baar vom Abfallwirtschaftsverband Feldbach.

„Wir sollten uns viel öfter fragen, was wirklich notwendig ist.“ Nicole Troisner (Teilnehmerin inservice Re-Use Shop Feldbach)

Wieder aktiv werden

Die Angebote von Jugend am Werk für Menschen auf der Suche nach Ausbildung und Arbeit haben langfristige und nachhaltige Lösungen zum Ziel. So auch das Projekt Re-Activate. Zielgruppe sind Personen im Alter von 15 bis 65 Jahren, die in der Betreuung des Sozialamtes bzw. der Stadt Graz sind und/oder Sozialunterstützung beziehen. „Mit Re-Activate unterstützen wir arbeitslose Menschen und begleiten sie optimal auf dem Weg in den Arbeitsmarkt“, sagt Waltraud Pölzl, Geschäftsbereichsleiterin Ausbildung und Arbeitsmarkt bei Jugend am Werk. Das Angebot reicht von Jobberatung über Bewerbungsmanagement und Training digitaler Kompetenzen bis zu Workshops in den Bereichen Kommunikation, Konfliktmanagement, Resilienz und Persönlichkeitsbildung. „In erster Linie möchten wir die Teilnehmenden stabilisieren, also ihren Selbstwert und ihre Resilienz fördern“, so Pölzl. „In der Beratung oder im Austausch in der Gruppe können sich die Teilnehmer*innen so in wertschätzender Umgebung mit ihrer persönlichen (Berufs)Identität auseinandersetzen.“ Eine fair entlohnte Beschäftigung ist nicht nur ein effektiver Schutz vor Armut, sondern hat auch eine wesentliche identitätsstiftende Wirkung, ergänzt Pölzl: „Wir unterstützen Menschen am Rande der Arbeitswelt und ermutigen sie dazu, aktiv am Arbeitsleben teilzunehmen.“

Nachhaltiger Berufseinstieg

Damit ein nachhaltiger Einstieg in die Berufswelt gelingt, bietet Jugend am Werk mit der Überbetrieblichen Lehrausbildung (ÜBA) Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren die Möglichkeit einer praktischen und theoretischen Lehrausbildung. Das Angebot richtet sich speziell an Jugendliche, die Schwierigkeiten haben, einen geeigneten Ausbildungsplatz zu finden. „Die Überbetriebliche Lehrausbildung ist für diese Jugendlichen eine Chance, in ihrem gewünschten Lehrberuf und am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen“, so Teresa Hutter-Kanduth, Teamleiterin der ÜBA von Jugend am Werk. „Viele der jungen Menschen, die zu uns kommen, stärken wir im ersten Schritt in ihrem Selbstbewusstsein und ihrer Selbstwahrnehmung.“ Davor hätten die meisten bereits einige negative schulische oder berufliche Erfahrungen gemacht und Ablehnung erfahren. Ziel der ÜBA ist stets die Übernahme in ein reguläres Lehrverhältnis durch einen Betrieb. Die Mitarbeiter*innen von Jugend am Werk begleiten die Jugendlichen in diesem Prozess. Die Überbetriebliche Lehrausbildung hat in den vergangenen Jahren dazu beigetragen, vielen Jugendlichen eine Perspektive für ihre berufliche Zukunft zu geben und sie auf ihrem Weg zu selbstständigen und erfolgreichen Fachkräften zu unterstützen. Mit Standorten in Deutschlandsberg, Graz, Leibnitz, Liezen und Mürzzuschlag fördern Angebote wie die ÜBA gezielt die nachhaltige Entwicklung von qualifiziertem Personal in den Regionen.

Nur wenn wir die ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekte der Nachhaltigkeit gleichermaßen berücksichtigen, können wir eine gerechte, stabile und sichere Zukunft für alle schaffen.

 

Zukunft jetzt denken.

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